Grauwasser - Kein bisschen schmutzig


Häufig gestelllte Fragen zur Grauwassernutzung

Bei der Grauwassernutzung wird das Wasser aus Dusche, Badewanne und den Handwaschbecken in einer Grauwassernutzungsanlage gesammelt.

In einem zweistufigen Aufbereitungsverfahren wird das gesammelte Wasser zuerst biologisch gereinigt und im Anschluss mit einer Membranfiltration von den restlichen Schmutzpartikeln befreit.


Grauwasser: Was ist das?
Grauwasser ist ein Teil des häuslichen Abwassers, das frei von Fäkalien und hochbelastetem Küchenabwasser ist. Es ist der Abfluss von Dusche, Badewanne und Handwaschbecken. In einem wassersparenden Haushalt entstehen in diesem Bereich täglich ca. 44 Liter Grauwasser pro Person.

Grauwasser: Wofür?
Das Grauwasser wird zu sauberem Betriebswasser aufbereitet und kann anschließend z.B. für die Toilette, Waschmaschine, Gebäudereinigung und Gartenbewässerung genutzt werden.

Kann ich mit dem aufbereiteten Grauwasser meine Waschmaschine betreiben?
Ja. Das Wasser eignet sich ohne hygienische Bedenken auch für die Waschmaschine.

Gibt es Hygienerisiken bei aufbereiteten Grauwasser?
Nein. Die Membranplatten, welche das Grauwasser filtern, haben eine Porengröße von 0,00005 mm und garantieren so den vollständigen Rückhalt von Keimen und Bakterien (zum Vergleich: Bakterien 0,001 mm groß). Das nach der Aufbereitung entstandene Klarwasser entspricht der Europäischen Badegewässer-Richtlinie und ist frei von Gerüchen und Keimen.

Besteht für eine Grauwassernutzungsanlage Meldepflicht?
Ja. Die Grauwasseranlage unterliegt seit 2003 der Pflicht zur Meldung beim örtlichen Gesundheitsamt.

Wie oft muss ich die Grauwassernutzungsanlage warten?
Die Wartung ist verbrauchsabhängig. Den Wartungszeitpunkt zeigt die Anlage eigenständig an. In der Regel muss alle ein bis zwei Jahre eine Wartung durchgeführt werden.

Sind zur Installation der Anlage zwei Leitungsstränge des Abwassers erforderlich?
Ja. Die Nutzung des Grauwassers erfordert die Ableitung des Abwassers von Dusche, Badewanne und Handwaschbecken zur Grauwasseranlage; das übrige Abwasser kann, wie gewohnt, in die Kanalisation eingeleitet werden. Des Weiteren ist ein zusätzlicher Versorgungsstrang für die Toiletten und sonstige Entnahmestellen nötig.

Kann ich auch Regenwasser in die Anlage einspeisen?
Ja. Durch die Ergänzung mit Regenwasser ergibt sich eine optimale Einsparung der Trink- und Abwasserkosten. Es kann über 50 Prozent des Wasserbedarfs eingespart werden. Zudem können Spitzen im Wasserverbrauch, welche beispielsweise durch die Gartenbewässerung um Sommer anfallen, abgedeckt werden.

Was passiert, wenn sich nicht genügend Klarwasser im Klarwasserbehälter befindet?
Sollte eine Zisterne an die Grauwasseranlage angeschlossen sein, kann Regenwasser in den Klarwassertank nachgespeist werden, ansonsten wird Trinkwasser aus der Trinkwasserleitung nachgespeist.

Welches Volumen haben der Grauwasser- und der Klarwassertank?
Die Tanks werden für jedes Bauvorhaben individuell ausgelegt und entsprechen mindestens dem Tagesbedarf an Betriebswasser.

Wo stelle ich das Gerät auf?
Generell ist eine Aufstellung an jeder Stelle innerhalb und außerhalb des Gebäudes möglich. Außerhalb von Gebäuden müssen die Tanks im Erdreich vergraben werden.

Muss die Grauwassernutzungsanlage regelmäßig gereinigt werden?
Nein. Die Anlage ist durch die Verwirbelung des Sauerstoffeintrags selbstreinigend.

Wie hoch ist die Lebensdauer der Filtermembran?
Die Membran, welche verbrauchsabhängig verschmutzt, muss alle ein bis drei Jahre gereinigt werden.

Was passiert, wenn aggressive Putzmittel in die Grauwassernutzungsanlage gelangen?
Generell wird empfohlen, biologisch leicht abbaubare Reinigungsmittel zu verwenden. Sollten dennoch in einzelnen Fällen aggressive Putzmittel verwendet werden, könnte sich die Membran schneller zusetzen und müsste früher gereinigt werden.